Rezension: »Das Lied des Achill«

Nachdem mich »Ich bin Circe« von Madeline Miller letztes Jahr restlos begeistern konnte, war ich sehr gespannt, ob sich »Das Lied des Achill« ebenso wunderbar lesen und genießen lässt …

Schnell hatte mich Madeline Millers Schreibstil wieder in seinen Bann geschlagen, auch wenn ich mir einbildete, den Übersetzerwechsel zu merken (nach Frauke Brodd darf hier Michael Windgassen sein Können zeigen).

Ebenso gemächlich wie im Vorgänger und derart detailreich, dass man die Szenen beinahe vor Augen hat, beschreibt die Autorin die ersten Jahre von Patroklos‘ Leben, die nicht gerade angenehm verlaufen. Ein Highlight gibt es allerdings: Sein Vater König Menoitios nimmt ihn mit an den Hof von König Tyndareos, dessen Tochter Helena sich endlich vermählen möchte. Dort begegnet er zahlreichen anderen Freiern, darunter so gut wie jedem griechischen Helden von Rang und Namen, doch der Junge kommt als Ehemann natürlich nicht infrage, und so reisen sie wieder ab.

Nachdem Patroklos jedoch mehr oder weniger versehentlich einen Jungen tötet, wird er ins Exil geschickt und landet in Phthia, wo König Peleus eine ganze Reihe von derart „verwaisten“ Jungen aufgenommen hat. Dort lernt Patrokolos Achill kennen, Peleus‘ Sohn mit der Nymphe Thetis – und wie die beiden Jungen sich näherkommen, zusammen aufwachsen und letzten Endes in den Krieg um Troja verwickelt werden, erzählt dieses Buch auf 416 Seiten, wobei man staunt, wie viele Informationen beiläufig eingestreut werden.

Auch wenn mich dieser Roman nicht ganz so fesseln konnte wie »Circe«, habe ich ihn doch gern gelesen und fand es höchst interessant, mal diesen Aspekt der griechischen Geschichte (Achtung: Spoiler! Offenbar gab es bereits im Altertum die Vermutung, dass Achill und Patroklos nicht nur Freunde, sondern ein Paar waren) genauer kennenzulernen.

Hier könnt ihr in die Leseprobe reinschnuppern.

Der Mythos Achill – Modern und fesselnd neu erzählt

Achill, Sohn der Meeresgöttin Thetis und des König Peleus, ist stark, anmutig und schön — niemand, dem er begegnet, kann seinem Zauber widerstehen. Patroklos ist ein unbeholfener junger Prinz, der nach einem schockierenden Akt der Gewalt aus seinem Heimatland verbannt wurde. Ein Zufall führt die beiden schon als Kinder zusammen, und je mehr Zeit sie gemeinsam verbringen, desto enger wird das Band zwischen ihnen. Nach ihrer Ausbildung in der Kriegs- und Heilkunst durch den Zentauren Chiron erfahren sie vom Raub der Helena. Alle Helden Griechenlands sind aufgerufen, gegen die Spartaner in den Kampf zu ziehen, um die griechische Königin zurückzuerobern. Mit dem einzigen Ziel, ein ruhmreicher Krieger zu werden, zieht Achill in den Kampf um Troja. Getrieben aus Sorge um seinen Freund, weicht Patroklos ihm nicht von der Seite. Noch ahnen beide nicht, dass das Schicksal ihre Liebe herausfordern und ihnen ein schreckliches Opfer abverlangen wird.

»Ich liebe dieses Buch.« J. K. Rowling

Pressestimmen

Patroklos ist die Stimme der bedingungslosen Liebe. Sie muss keine Bekenntnisse ablegen, sie spricht klar, licht, ohne große Bewegung an der Oberfläche, aber man spürt ihre Kraft in jedem Satz.

Süddeutsche Zeitung, Burkhard Müller, 11.03.2020

Auf eine wilde Art romantisch und überraschend spannend. So werden die Klassiker wieder aktuell!

Time Magazine , 27.11.2019

Gewaltig, einfallsreich, leidenschaftlich und wunderschön geschrieben.

Boston Globe , 27.11.2019

Wunderbar gemacht – in Prosa genauso rein und klar wie die Poesie Homers.

Washington Post, 27.11.2019

Erfrischend und unwiderstehlich menschlich.

Vogue, 27.11.2019

Autoreninformationen

Madeline Miller, 1978 in Boston geboren, wuchs in New York und Philadelphia auf, studierte Altphilologie und unterrichtete in Cambridge Latein und Griechisch. Für ihren Debütroman Das Lied des Achill wurde sie 2012 mit dem Orange Prize for Fiction ausgezeichnet; er wurde in 25 Sprachen übersetzt.  In Ich bin Circe – ihr zweiter Roman und ebenso wie Das Lied des Achill ein internationaler Bestseller – erzählt sie Circes Geschichte aus der Odyssee noch einmal neu – als die einer weiblichen Selbstermächtigung. Madeline Miller lebt in der Nähe von Philadelphia, Pennsylvania.

Produktdetails

  • ISBN: 978-3961610822
  • Erschienen am 01. März 2020
  • Julia Eisele Verlag GmbH
  • 416 Seiten
  • Übersetzer: Michael Windgassen

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Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. Die unentgeltliche Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

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Übersetzt: »Der Blutdürstige (Ein Zoe-Bentley-Thriller, Band 3)«

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  1. Liebe Kerstin,

    nach „Circe“ habe ich – wie du – ebenfalls zu „Das Lied des Achill“ gegriffen. Ich fand aber, dass hier das langsame und ausschweifende Erzähltempo, das bei „Circe“ so verzaubert hat, nicht dieselbe Wirkung entfalten konnte. Madeline Millers zweites Buch „Circe“ fand ich insgesamt viel besser und ausgewogener. Ich weiß nicht, wie viel davon an der Übersetzungsarbeit liegt, da kennst du dich vermutlich besser aus =)

    Viele Grüße,
    Nico

  2. Ahoi Kerstin,

    für mich war dieses Buch das erste von Madeline Miller; da es mir jedoch gut gefallen hat, werde ich definitiv noch zu Circe greifen!

    Wenn du magst, hier meine Rezension 🙂

    Liebe Grüße
    Ronja von oceanloveR

    • Wortspielerin

      Hallo Ronja,
      dann wird dir Circe vermutlich deutlich besser gefallen. Ich bin jedenfalls gespannt auf deine Meinung.
      Liebe Grüße
      Kerstin

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