Rezension: »Vernichtung (Millennium 6)«

Kurz nach Erscheinen der Taschenbuchausgabe schaffe ich es endlich, das Hardcover von »Vernichtung«, dem sechsten »Millennium«-Band von David Lagercrantz nach Stieg Larsson, zu rezensieren …

Die Verzögerung hat auch einen guten Grund. Ich hatte nämlich direkt nach Erhalt des Rezensionsexemplars mit dem Lesen angefangen (schließlich wollte ich ja wissen, wie Lisbeth Salanders Rachefeldzug weitergeht), aber irgendwie fand ich letztes Jahr nicht richtig ins Buch hinein und habe es erst mal beiseite gelegt. Ob es nun an der Geschichte lag oder daran, dass sich die Übersetzung etwas anders liest als die letzten*, vermag ich nicht zu sagen, doch jetzt hatte ich dann doch endlich Lust, den Roman zu lesen.

Die beiden Haupterzählstränge passen dabei auf den ersten Blick nicht so recht zusammen, denn was hat Lisbeths Versuch, sich in Moskau endlich an ihrer Schwester Camilla zu rächen, mit dem Bettler zu tun, der tot in Stockholm gefunden wurde und Mikael Blomkvists Telefonnummer in der Jackentasche hatte?

Natürlich kommen nach und nach immer mehr Details ans Licht, auf die ich aber gar nicht genau eingehen möchte, um nichts zu spoilern, immerhin wartet der Roman mit einigen interessanten Ideen auf. Doch im Großen und Ganzen muss ich leider feststellen, dass aus der Reihe langsam die Luft raus ist. Die anfangs fazinierende Lisbeth wirkt nur noch gequält und gehetzt, vieles an der Geschichte fand ich zu bemüht, manches schlichtweg unnötig, und auch der große Showdown konnte mich nicht wirklich überzeugen.

Damit bleibt für mich das Fazit, dass es zwar nett war, dieses Buch als Abschluss der Reihe zu lesen, der Roman jedoch weit hinter meinen Erwartungen zurückblieb und ich jetzt definitiv kein weiteres Buch um Lisbeth Salander und Mikael Blomkkvist mehr brauche, selbst wenn dem Autor noch etwas Neues einfallen sollte.

Wenn ihr euch einen ersten Eindruck verschaffen möchtet, werft doch mal einen Blick in die Leseprobe.

* Noch ein Wort zur oben angemerkten Übersetzung. Ich finde es immer schwierig, wenn mitten in einer Reihe die Übersetzerin gewechselt wird (wobei ich in diesem Fall davon ausgehe, dass Ursel Allenstein schlichtweg mit anderen Aufgabe zu tun und somit keine Zeit hatte), denn der Stil ändert sich damit automatisch zumindest ein wenig, und diesmal passte es für mich einfach nicht so gut wie vorher. Das bedeutet jedoch bei Weitem nicht, dass die Übersetzung von Susanne Dahmann schlecht ist, sondern nur anders – und es wird vermutlich nicht einmal vielen Lesern auffallen …

 

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Ich werde die Jägerin sein und nicht die Gejagte

Ein Obdachloser wird tot auf dem Stockholmer Mariatorget gefunden. In seiner Jackentasche findet sich die Telefonnummer von Mikael Blomkvist. Als eine DNA-Analyse ergibt, dass der Obdachlose ein sogenanntes Super-Gen besaß, das nur in einer bestimmten Ethnie in Nepal vorkommt, wird Blomkvist hellhörig und nimmt die Recherche auf. Lisbeth Salander hält sich unterdessen in Moskau auf, wo sie einen Anschlag auf ihre verhasste Schwester Camilla plant. Blomkvist bittet Salander um Unterstützung, und sie findet heraus, dass der Obdachlose ein Sherpa war, der an einer dramatischen Mount-Everest-Expedition mit tödlichem Ausgang teilgenommen hatte. Blomkvist kontaktiert einen der Überlebenden der Expedition und verschwindet plötzlich spurlos. Salander macht sich sofort auf die Suche nach ihm. Sie spürt, dass Blomkvist in großer Gefahr schwebt.

Über den Autor

David Lagercrantz, 1962 geboren, debütierte als Autor mit dem internationalen Bestseller Allein auf dem Everest. Seitdem hat er zahlreiche Romane und Sachbücher veröffentlicht. 2013 wurde er vom schwedischen Originalverlag und Stieg Larssons Familie ausgewählt, die Folgeromane der Millennium-Reihe zu schreiben. Zuletzt erschien bei Heyne der Spiegel-Bestseller Verfolgung. David Lagercrantz ist verheiratet und lebt in Stockholm.

Stieg Larsson, 1954 geboren, war Journalist und Herausgeber des Magazins EXPO. 2004 starb er an den Folgen eines Herzinfarkts. Er galt als einer der führenden Experten für Rechtsextremismus und Neonazismus. 2006 wurde er postum mit dem Skandinavischen Krimipreis als bester Krimiautor Skandinaviens geehrt.

Produktdetails

  • ISBN 978-3-453-44107-1
  • Erschienen am 26. August 2019 (HC), 9.11.2020 (Taschenbuch)
  • Heyne
  • 429 Seiten
  • Übersetzung: Susanne Dahmann

Weitere Informationen findet ihr bei Heyne, Buch7, Dussmann, Amazon und natürlich dem Buchhändler eures Vertrauens (beispielsweise unter myBookShop, geniallokal, Jetzt ein Buch, im Otherland oder im Drachenwinkel).

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. Die unentgeltliche Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

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  1. Ich muss sagen, dass ich dieses Buch nicht gelesen habe und auch nicht lesen werde. Die Reihe war für mich nach Band drei beendet. Zumal nicht Stieg Larsson der Autor ist (aus den bekannten Gründen), was mich arg stört irgendwie, dass jemand anderes quasi für ihn weiter schreibt.

    Liebe Grüße,
    Melanie

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