Sobald ich die Inhaltsangabe von »Unkraut – Tatort Neukölln« von Sebastian Kretz gelesen hatte, war mein Interesse geweckt, denn das klang doch mal nach einem sehr ungewöhnlichen Krimi.

Genau das ist es auch, denn Harm Harmsen ist kein stinknormaler Bulle. Der Ostfriese, der irgendwie in Berlin gelandet ist, dort seit vielen Jahren als Polizist arbeitet und noch immer jeden mit »Moin« begrüßt, hat so seine eigenen Methoden, wenn es um das Aufspüren eines Täters geht. Da er überdies auch noch eine Aversion gegen moderne Technik aufweist, platzt seinem Vorgesetzten irgendwann der Kragen und Harm bekommt Peggy Storch als Partnerin zugeteilt, die ebenfalls so einiges auf dem Kerbholz hat.

Wie sie gemeinsam im Fall des Toten in der Kleingartensiedlung ermitteln, auf diverse Berliner Originale treffen und dabei nicht nur in Neukölln unterwegs sind, wird auf sehr eigene, manchmal skurrile, aber trotzdem liebenswürdige Weise beschrieben, und so hatte ich nach kurzen Anlaufschwierigkeiten wirklich meinen Spaß mit diesem Ermittlerduo und würde mich freuen, wenn es noch mehr von den beiden zu lesen gibt.

Wer also mal einen etwas anderen Krimi lesen und einen anderen Blick auf Berlin werfen möchte, dem sei dieser Roman ans Herz gelegt – mir hat er gut gefallen!

Hier findet ihr übrigens noch ein kurzes Interview mit dem Autor, in dem er unter anderem beschreibt, wie er als Wissenschaftsjournalist überhaupt auf die Idee gekommen ist, einen Krimi zu schreiben.

Inhalt:

Die Straßen von Neukölln-Süd
Harm Harmsen könnte so ein guter Ermittler sein. Wären da nicht die zahlreichen Neurosen, seine Abscheu vor Computern und anderem neumodischen Quatsch sowie die für einen Ostfriesen nicht ganz untypische Sturheit. Bei seinem neuesten Fall bekommt Harmsen daher die zwanzig Jahre jüngere Peggy Storch zur Seite gestellt: digitale Forensikerin, brillant, aufsässig, Teamarbeit liegt auch ihr nicht so. Zwei Ermittler mit Stärken und Schwächen. Und sie sollen sich offenbar gegenseitig kontrollieren.
Der Mord hat in einer Laubenpiepersiedlung südlich des S-Bahnrings stattgefunden. War dies eine politische Gewalttat? Ein Beziehungsdelikt? Schlichte Habgier? Die Freundin des Toten wirkt ehrlich erschüttert, doch Peggys DNA-Analyse belastet sie schwer. Allerdings führen die hypermodernen Recherchemethoden in eine Sackgasse. Und aus der finden die beiden sich gegenseitig so herzlich verachtenden Ermittler am Ende nur gemeinsam heraus.
Ein Roman, drei Hauptrollen: Harm Harmsen, Peggy Storch, Berlin

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Weitere Informationen zum Buch findet ihr bei rowohlt (und auch eine Leseprobe) und natürlich auch bei Buch7, Amazon und dem Buchhändler eures Vertrauens (beispielsweise hier: https://mybookshop.shop-asp.de/).

Bibliografie

  • Verlag:  rororo
  • Erscheinungstermin:  26.06.2018
  • Lieferbar
  • 256 Seiten
  • ISBN:  978-3-499-2743

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. Die unentgeltliche Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

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