Rezension: »Der Orden des geheimen Baumes – Die Magierin«

»Der Orden des geheimen Baumes« von Samantha Shannon ist der erste Teil einer Dilogie und fällt mit dem umwerfenden Cover natürlich sofort ins Auge – aber kann die Geschichte mithalten?

Manchmal muss der Kater auch als Buchstütze und Deko herhalten – zum Glück macht ihm das nichts aus.

Die Antwort ist leider nur ein Jein. Zwar hat die Autorin, von der ich bisher noch nichts gelesen hatte, eine wirklich fantastische Welt erschaffen, deren Diversität in der Phantastik momentan wohl ihresgleichen sucht und die darüber hinaus mit starken und glaubwürdigen Frauenfiguren punkten kann, doch so richtig packen konnte mich die Story an vielen Stellen nicht.

Dabei ist diese wirklich komplexe Welt mit den unterschiedlichen Völkern und Drachen sowie einer nahenden Bedrohung, die alles und jeden gefährdet, wirklich interessant – wenngleich man einige Zeit braucht, um die ganzen Zusammenhänge zu verstehen und sich zurechtzufinden.

Hin und wieder wird es jedoch schlichtweg zu langatmig, die Autorin verzettelt sich an manchen Stellen, hetzt dafür an anderen durch den Plot, und so richtig zu fassen bekam ich die Charaktere trotz ihres Facettenreichtums auch nicht alle. Sie sind zwar durchaus überzeugend, doch ihr Schicksal ließ mich oftmals kalt, dabei möchte ich doch mitleiden und ganz in ihren Bann gezogen werden!

Alles in allem ist es aber trotzdem eine sehr lesenswerte Geschichte, und ich möchte auch unbedingt wissen, wie es weitergeht und ob und auf welche Weise die Gefahr abgewendet werden kann, von daher hoffe ich einfach mal, dass mein Eindruck durch Band zwei vielleicht etwas gemildert und verbessert wird.

Was mich allerdings ein bisschen geärgert hat, ist die teils schlampige Bearbeitung der deutschen Fassung, bei der man sich stellenweise fragt, ob das Lektorat ein paar Kapitel ausgelassen hat – und so etwas stört meinen Lesespaß leider schon (das ist eine Berufskrankheit, die ich nun mal nicht ablegen kann).

Es mag kleinlich sein, aber solche Fehler stören mich, wen sie vermehrt auftreten …

Wenn ihr euch einen ersten Eindruck verschaffen möchtet, werft doch mal einen Blick in die Leseprobe.

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Eine Welt voller Drachen, starker Frauenfiguren und politischer Intrigen – umwerfender Fantasy-Stoff grandios erzählt!

In ihrem epischen Fantasy-Roman „Der Orden des geheimen Baumes“ hebt Samantha Shannon das Genre auf die nächste Stufe. Mächtige Frauen lenken und beeinflussen das Schicksal ihrer Welt, ob als Königin, Magierin oder Drachenreiterin. Doch die Welt ist geteilt: Während im Westen alle Drachen als absolut böse verdammt werden, werden diese im Osten als göttergleiche Wesen verehrt. Trotz dieser gegensätzlichen Weltanschauungen müssen die Menschen des Ostens und des Westens zusammenarbeiten, als ein riesiger bösartiger Drache aus der Vergangenheit wieder aufersteht. Drei starke Frauen nehmen die Herausforderung an, die Bewohner beider Reiche zu vereinen, um die Menschheit zu retten …
In diesen Momenten – wenn Glaubenssysteme kollidieren und eine detailreiche Welt entsteht – ist Samantha Shannon in Bestform.

Über die Autorin

Samantha Shannon ist in West London geboren und aufgewachsen. Mit zwölf Jahren begann sie zu schreiben, mit fünfzehn begann sie ihren ersten Roman. Sie studierte Englische Sprache und Literatur in Oxford.

Produktdetails

  • ISBN: 978-3764532390
  • Erschienen am 21. September 2020
  • Penhaligon
  • 542 Seiten
  • Übersetzung: Wolfgang Thon

Weitere Informationen findet ihr bei Penhaligon, Buch7, Amazon und natürlich dem Buchhändler eures Vertrauens (beispielsweise unter myBookShop, geniallokal, Jetzt ein Buch, im Otherland oder im Drachenwinkel).

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. Die unentgeltliche Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

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  1. Ok … wenn es mehr solche Textstellen gibt, ist der Roman leider für mich nicht lesbar. Das bringt mich total raus und es klingt in meinem Kopf wie ein ungelenkes Stakkato.

    Danke für deine Besprechung und liebe Grüße
    Sandra

    • Wortspielerin

      Irgendwie ist es schon beruhigend, dass es nicht nur mir so geht – ich komme mir da manchmal überempfindlich vor. 😉
      Liebe Grüße aus dem grauen Berlin
      Kerstin

      • Haha XD Die Sorge kann ich dir allerdings gar nicht nehmen, weil ich mir damit auch oft komisch vorkomme. Ich muss mich oft stark zurückhalten.
        Liebe Grüße
        Sandra

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