Rezension & Buchtipp: »Autonom« von Annalee Newitz

Jack Chen hat anscheinend Mist gebaut. Die Patentpiratin kopierte die neue Wunderdroge Zacuity, die dafür sorgt, dass man eine bestimmte Aufgabe wahnsinnig gern macht, aber nun kann eine Schülerin in Calgary, wo Jack ihre Kopien unter anderem verkauft hat, einfach nicht mehr aufhören, Hausaufgaben zu machen, und muss im Krankenhaus ruhig gestellt werden. Schnell stellt Jack fest, dass sie beim Kopiervorgang nicht etwa wie befürchtet einen Fehler gemacht hat, sondern dass die Droge tatsächlich diese »Nebenwirkung« hat – was der Konzern natürlich unter den Tisch kehren will, daher hetzt er ihr zwei Killer, einen Menschen und einen Bot, auf den Hals.

Im Verlauf des Romans erfahren wir jedoch nicht nur mehr über Jacks Vergangenheit, sondern auch über Eliasz und den Bot Paladin, die hinter ihr her sind und deren Umgang miteinander einiges über die Sichtweise der Bots in der Gesellschaft und die Beziehung zwischen Bots und Menschen vermittelt.

Annalee Newitz hat mit diesem Roman eine ganz großartige Zukunftsvision geschaffen, die von Birgit Herden tadellos ins Deutsche übersetzt wurde.

Im Jahr 2144 ist bei Weitem nicht alles schön und gut; viele Menschen (und Bots) müssen sich als Kontraktarbeiter verdingen, was teilweise einem Dasein als Sklave gleichkommt, und die Pharmaunternehmen kontrollieren die Medikamentenversorgung, sodass vor allem Reiche davon profitieren. Aber sie hat auch sehr viele grandiose Ideen wie z.B. die aufschäumbaren Straßen und Gegenstände, die nach Gebrauch zu biologisch abbaubarem Schaum zerfallen.

Um jetzt nicht weiter zu spoilern, lege ich euch diesen Roman einfach ans Herz, der mit trotz einiger kleiner Schwächen sehr gut gefallen hat und der im Regal keines Scifi-Lesers fehlen sollte.

Weitere Stimmen zum Buch findet ihr beispielsweise hier:

https://medienjournal-blog.de/2018/05/review-autonom-annalee-newitz-buch/

https://www.buechereule.de/wbb/thread/96938-annalee-newitz-autonom/

https://www.deutschlandfunkkultur.de/annalee-newitz-autonom-ueber-die-zukunft-der-liebe.1270.de.html?dram:article_id=422609

Wenn ihr mal reinlesen möchtet, findet ihr hier eine Leseprobe.

— Werbung —

»›Autonom‹ ist für Biotechnologie und künstliche Intelligenz das, was ›Neuromancer‹ für das Internet war.« Neal Stephenson
Zacuity ist eine neue Droge, der ganz heiße Scheiß. Wenn man sie nimmt, wird die Arbeit zu einer wahren Freude. Die Nebenwirkung: Man will nicht mehr aufhören zu arbeiten. Man arbeitet sich wortwörtlich zu Tode.
Jack ist eine Patentpiratin, die Medikamente der Pharmaunternehmen kopiert und auf dem Schwarzmarkt verkauft, auch Zacuity. Als die ersten Opfer auftauchen, gibt man ihr die Schuld. Doch Jack ist sich sicher, dass nicht ihre Kopien, sondern schon das ursprüngliche Präparat zu Suchterscheinungen und massiven gesundheitlichen Schäden führt. Sie nimmt Kontakt zu einigen alten Bekannten auf, idealistischen Pharmaforschern, mit denen sie studiert hat, und gemeinsam machen sie sich an die weitere Erforschung des Medikaments.
Doch die Zeit wird knapp: Denn inzwischen wird sie von dem Pharmakonzern Zaxy als Terroristin gejagt. Ein Agent der IPC (International Property Coalition) hat sich mit einem Kampfroboter an ihre Fersen geheftet. Stück für Stück rekonstruieren die beiden das Netzwerk, in dem sich Jack bewegt. Die Schlinge zieht sich langsam zu …
»Autonom« von Annalee Newitz ist harte Science Fiction über die Welt in hundert Jahren. Für alle Leser von William Gibson, Cory Doctorow, Neal Stephenson und Andy Weir.
»Newitz holt den Cyberpunk ins 21. Jahrhundert.« B&N Sci-Fi and Fantasy Blog

Weitere Informationen zum Buch findet ihr bei Fischer TOR und natürlich auch bei Buch7, Amazon und natürlich dem Buchhändler eures Vertrauens (beispielsweise hier: https://mybookshop.shop-asp.de/).

Paperback
Originalsprache: Englisch
Übersetzt von: Birgit Herden

Preis € (D) 14,99 | € (A) 15,50
ISBN: 978-3-596-70258-9

352 Seiten, Klappenbroschur
FISCHER Tor

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. Die unentgeltliche Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

— Werbung —

Loading Likes...

Zurück

Rezension & Buchtipp: »Das sechste Erwachen«

Nächster Beitrag

Verschreiber des Tages

  1. Huhu!

    Das hört sich aber wirklich gut an! Und das Cover sieht ja auch total abgefahren aus *.* Werde ich mir gleich mal auf meiner Wunschliste notieren 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén