»Slow Horses« von Mick Herron ist mir auf Empfehlung ins Haus geflattert, und mir wurde mehrfach versichert, dass ich diesen ungewöhnlichen Krimi unbedingt lesen muss. Die Aufmachung als Hardcover kleinen Format war schon mal eine Überraschung, und so fing ich frohgemut an zu lesen …

Um mich dann auf den ersten ca. hundert Seiten richtig zu quälen. Mann, nach dem ersten Kapitel zieht sich die Geschichte, dass ich zwischendurch erst einmal was anderes gelesen habe. Als ich dem Buch dann aber doch noch eine zweite Chance gab, zog es an und ich las den Rest an zwei Tagen mit wachsender Begeisterung.

Das soll jetzt nicht heißen, dass der Anfang schlecht war – ich bin vermutlich mit den falschen Erwartungen an die Sache rangegangen. Denn Mick Herron wirft einen zwar am Anfang in River Cartwrights Story, um danach jedoch gehörig vom Gas zu gehen und die „Gurkentruppe“ bei den Slow Horses, der Einheit voller ausgemusterter Agenten, erst einmal vorzustellen.

Als die Geschichte wieder Fahrt aufnahm, wurde es auch ordentlich spannend. Am Ende waren mir die skurrilen Charaktere ans Herz gewachsen, und ich freue mich schon auf den nächsten Teil, denn jetzt weiß ich ja, was mich erwartet, und das Ende lässt vermuten, dass Jackson Lamb und seine Leute noch lange nicht auf dem Abstellgleis versauern müssen.

Wer also einen langen Atem hat (oder meine Anfangsschwierigkeiten schlichtweg nicht teilt), dem sei dieser Krimi wärmstens ans Herz gelegt. Ansonsten gibt es zahllose Rezensionen im Netz, die zeigen, die gespalten die Meinungen über diesen Roman sind, was vermutlich letzten Endes immer Geschmackssache ist.


Slow Horses

Ein Fall für Jackson Lamb
Aus dem Englischen von Stefanie Schäfer

River Cartwright ist ein ausgemusterter MI5-Agent, und er ist es leid, nur noch Müllsäcke zu durchsuchen und abgehörte Telefonate zu transkribieren. Er wittert seine Chance, als ein pakistanischer Jugendlicher entführt wird und live im Netz enthauptet werden soll. Doch ist das Opfer der, der er zu sein vorgibt? Und wer steckt hinter den Entführern? Die Uhr tickt, und jeder der Beteiligten hat seine eigene Agenda. Auch Rivers Chef.

Mehr zum Inhalt

Slough House, das ist der Ort, an den Agenten des Geheimdiensts MI5 in London verdammt werden, deren Karrieren frühzeitig gescheitert sind. Vielleicht haben diese ›Slow Horses‹ einen Auftrag komplett vermasselt, kamen einem ehrgeizigen Kollegen ins Gehege, oder sie hingen einfach zu sehr an der Flasche, was in diesem Gewerbe nicht unüblich ist. Außer dass sie Einzelgänger sind, haben sie noch eins gemeinsam: Sie alle wollen wieder zurück in den aktiven Dienst in Regent’s Park, und dafür würden sie absolut alles tun: sogar mit den anderen ›Slow Horses‹ zusammenzuarbeiten. Ein hervorragend gebauter, kluger Thriller, in dem Suspense, faszinierende Figuren, eine komplexe Erzählstruktur und Pointensicherheit mühelos zusammengehen.

Über den Autor

Mick Herron, geboren 1963 in Newcastle-upon-Tyne, studierte Englische Literatur in Oxford, wo er auch lebt. Seine in London spielende ›Jackson-Lamb‹-Serie wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem CWA Gold Dagger for Best Crime Novel, dem Steel Dagger for Best Thriller und dem Ellery Queen Readers Award.

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Weitere Informationen findet ihr bei Diogenes, Buch7, Amazon und natürlich dem Buchhändler eures Vertrauens (beispielsweise unter https://mybookshop.shop-asp.de, https://www.genialokal.de, im Otherland oder im Drachenwinkel).

Momentan ist das Buch nur als Hardcover und E-Book erhältlich, aber am 29. August 2019 erscheint die preisgünstigere Taschenbuchausgabe.

Ich bedanke mich beim Verlag für das Rezensionsexemplar. Die unentgeltliche Bereitstellung des Buches hat meine Meinung in keiner Weise beeinflusst.

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