Himmel, diese Woche ging aber rum wie nix. Das könnte aber auch daran liegen, dass der Schreibtisch gerade immens voll ist und ich hier kaum wegkomme …

»Symmetrie« ist eine sehr ansprechend gezeichnete Graphic Novel, die den Leser anfangs in eine Utopie versetzt: Die Menschen kommen geschlechtslos auf die Welt und leben sorglos in den Tag hinein, während sich Roboter um alles kümmern, doch dann gerät ihre heile Welt ins Wanken und nichts ist mehr so, wie es war.
In dieser großartig erzählten und gezeichneten Scifi-Geschichte verwandelt sich die Utopie schlagartig in eine Dystopie, weil die verwöhnten und verhätschelten Menschen, die sich bisher stets auf die Arbeit der Roboter verlassen haben und sich daher nie anstrengen mussten, auf einmal selbst etwas tun müssen und rasch merken, dass gar nicht alles so schön und friedlich ist, wie sie immer geglaubt haben.
Ich mag jetzt gar nicht viel spoilern, sondern möchte euch einfach raten, diese Graphic Novel zu lesen, die ich an einem Nachmittag verschlungen habe. Die deutsche Fassung stammt von Gerlinde Althoff (und wurde leider sehr schlampig korrigiert, was aber vermutlich wieder nur Menschen wie mir auffallen wird). Meiner Meinung nach dürfte dieses Werk in jedem Haushalt eines Scifi- oder Graphic-Novel-Fans gut ankommen.
Wenn mir der Verlag schon so ein schönes Banner schickt, muss ich es euch doch auch zeigen 🙂
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Die Kameras ihrer Computer sind ausgeschaltet. Er sieht sie trotzdem …
Er stalkt junge Models, die sich vor der Webcam für Geld ausziehen. Er belauert jeden ihrer Schritte aus der dunkelsten Ecke des Internets. Dann kommt er leibhaftig. Das Letzte, was seine schönen Opfer sehen, ist ihr eigenes Blut in ihren Augen.
Tom Mankowski vom Morddezernat in Chicago hat es mit einem extrem verstörenden Fall zu tun. Die Verstümmelungen der Leichen mit Messer und Schere sind grässlich. Immer scheint der Täter zu wissen, welcher Spur der Detective gerade nachgeht – als ob er mit im Raum wäre. Ausgerechnet jetzt, wo Toms Freundin aus L.A. zu Besuch ist, der er einen Antrag machen möchte.
Doch selbst das beobachtet der Killer. Und es gefällt ihm gar nicht.
Ab 25.09.2018 als Taschenbuch und E-Book bei Amazon und natürlich dem Buchhändler eures Vertrauens (beispielsweise hier: https://mybookshop.shop-asp.de/) erhältlich.

Becky Chambers hat ja mit »Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten« im letzten Jahr bereits für eine Menge Aufsehen unter den Genre-Fans gesorgt (meine damalige begeisterte Rezension findet ihr hier), und im Januar ist der zweite Teil der Reihe mit dem Titel »Zwischen zwei Sternen« erschienen.
Da ich mich so auf das Buch gefreut habe, wollte ich vorher gar nichts darüber wissen und war somit ganz erstaunt, dass es nicht etwa erneut auf der »Wayfarer« spielt, sondern sich ganz auf Lovelace, Pepper und Blue konzentriert.
Die drei haben wir ja in Teil eins schon kennengelernt, doch da war Lovelace noch das KI-System des Schiffes, während sie jetzt einen eigenen Körper hat und lernen muss, damit zurechtzukommen. Pepper und Blue nehmen sie unter ihre Fittiche, und so ganz nebenbei erfährt man dann auch noch die Geschichte der beiden, die ebenso wie die Hauptstory ein beeindruckendes Ausmaß an Fantasie und grandiosem Weltenbau offenbart.
Obwohl das Ganze nicht immerzu spannend ist, liest es sich wie ein Rausch, und ich konnte gar nicht genug von diesem Wohlgefühl bekommen, das mir auch dieser Roman vermittelt hat. Die auch im Deutschen wundervolle Sprache, die hervorragend ausgearbeiteten, unter die Haut gehenden eigenwilligen Charaktere und die mit großem Feingefühl erzählte Geschichte haben mich ebenso begeistert zurückgelassen wie Band eins, und nun fiebere ich dem nächsten Streich der Autorin entgegen.
Wer bei Scifi auch mal auf Weltraumschießereien und ständige Action verzichten kann, findet in »Zwischen zwei Welten« hervorragenden und unterhaltsamen Lesespaß, den ich nur wärmstens empfehlen kann.
Mein herzlicher Dank geht an die Übersetzerin Karin Will, die mir eines ihrer Belegexemplare überlassen und die Geschichte ganz wundervoll übersetzt hat!
Ein großartiges Video von Aaron Alon, das sich mit der Aussprache bestimmter Buchstaben beschäftigt – hört sich langweilig an, aber ich habe Tränen gelacht.
Schaut einfach mal rein, vielleicht findet ihr es ja ebenfalls witzig oder wenigstens interessant.
Auch Woche 33 konnte mit hochsommerlichen Temperaturen aufwarten, was man in Deutschland ja fast nicht gewohnt ist. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal so oft in kurzer Hose oder Kleid rumgelaufen bin. Dummerweise habe ich gerade richtig viel zu tun und kann es nicht im Freien genießen, sondern sitze bloß schwitzend vor dem Rechner.
Auf dem Schreibtisch
Der eine nicht angekündigte Roman ist abgegeben, den nächsten, ebenfalls noch nicht angekündigten, habe ich angefangen und dazwischen kam noch der Minecraft-Roman aus dem Korrektorat, musste durchgesehen und an den Setzer weitergeleitet werden. Im Augenblick ballt es sich ein wenig …
Gelesen
Mal kein Rezensionsexemplar, sondern eine heiß erwartete Fortsetzung, die mir von Karin Will, der Übersetzerin der Reihe, freundlicherweise geschenkt wurde: »Zwischen zwei Sternen« von Becky Chambers. Ich bin wieder einmal begeistert von dem Roman, den ich in wenigen Tagen verschlungen hatte. Die Rezension könnt ihr dann nächste Woche lesen.

Gesehen
Staffel 3 von »Lucifer«, leider nur die ersten zehn Folgen, weil der Rest noch nicht verfügbar ist. Aber mir gefällt die Serie immer besser, denn sie ist kurzweilig, und mir gefällt die Entwicklung der einzelnen Charaktere. Bin mal gespannt, wie es weitergeht …
Gehört
Ich weiß beim besten Willen nicht mehr, wer mir das Video in die Timeline gespült hat, und meine Reaktion schwankte zwischen breitem Grinsen und dem Bedürfnis, die Stirn auf die Tischplatte zu hämmern. Das können vermutlich nur Rollenspieler nachvollziehen, und die Musik ist auch nicht gerade der Burner, aber ich möchte es euch nicht vorenthalten:
Gespielt
Endlich mal wieder eine Pathfinder-Runde. Unsere Gruppe hat sich in ein neues Abenteuer gestürzt und ist in der Stadt Korvosa gelandet, wo wir nach einem Anfangsauftrag mitten in einen Umsturz geraten sind. Das wird interessant, da wir alle nicht gerade die Diplomatiehelden sind und eine recht bunt zusammengewürfelte Gruppe bilden.

Gefreut
Huch, ein netter Mensch hat mich für den Buchblog-Award 2018 nominiert (weitere Infos hier). Das ist aber nett. Nicht, dass ich mir auch nur ansatzweise Hoffnungen machen würde, da irgendeinen Preis zu gewinnen (das haben andere weitaus eher verdient), aber ich freue mich doch sehr, dass mich jemand für nominierungswürdig hält. Danke!

Fundstück der Woche (Link)
Nachdem ich in letzter Zeit so viel Scifi gelesen habe, stieß ich auf diesen interessanten Artikel bei heise, der sich mit der Frage einer intergalaktischen Reise nach Proxima Centauri beschäftigt. Nicht besonders lang, aber lesenswert!
Wie groß müsste eine Raumschiff-Besatzung sein, damit eine gesunde Bevölkerung die 6300 Jahre lange Reise nach Proxima Centauri übersteht? Mit dieser Frage haben sich zwei Forscher beschäftigt.
Wenn die Menschheit jemals den Rest der Galaxie kolonisieren will, muss sie die Reise zu einem nahegelegenen Stern mit einem bewohnbaren Planeten antreten. Im vergangenen Jahr haben Astronomen die Möglichkeit ins Spiel gebracht, dass Proxima Centauri als unser nächster Nachbar mehrere Exoplaneten haben könnte, die in dieses Muster passen.
Weiterlesen:
https://m.heise.de/tr/artikel/14-Paare-reichen-nicht-4109665.html
Keith Nixon setzt seine »Solomon Gray«-Reihe mit »Rachegrab« fort, wo wir uns erneut in Ramsgate an der Südküste Englands wiederfinden (kleines Fun Fact am Rande: Die Übersetzerin hat bei der Arbeit öfter mal bei Google Maps geschaut, wo sich die Handlung gerade abspielt – moderne Technik ist schon spannend).
Detective Sergeant Solomon Gray, den wir bereits in Band 1 »Totengrab« kennengelernt haben, muss nun im Fall mehrerer am Strand angespülter Leichen ermitteln und hat auch die Suche nach seinem vor Jahren verschwundenen Sohn noch nicht aufgegeben.
Wie auch im ersten Band ist Solomon Gray weiterhin nicht unbedingt der Sympathieträger, aber mit seinen Macken und Kanten wirkt er sehr viel menschlicher als so manch anderer Polizist. Immerhin hat er sich nach den Ereignissen aus dem ersten Band wieder ein bisschen gefangen, was auch gut ist, schließlich muss er im Laufe der Ermittlungen einige schwere Entscheidungen treffen.
Ein etwas sperriger Krimi, der mir besser gefallen hat als der erste Teil, und eine Reihe, in der noch viel Potenzial steckt.
»Zur Liebe verdammt« ist der vierte Band der »Midnight Liaisons«-Reihe von Jessica Claire, die hier unter dem Namen Jessica Sims schreibt.
Da Melike Karamustafa, die diese Reihe normalerweise übersetzt, für diesen Band nicht zur Verfügung stand, bin ich für sie eingesprungen und habe selbstverständlich erst einmal die drei Vorgängerbände gelesen, damit ich auch im Bilde war.
Ich würde diese Reihe als eine Art »Romantische Urban-Fantasy« einstufen, da es allerlei Fabelwesen wie Werwölfe, Elfen, Vampire und nun auch noch einen Wechselbalg gibt, die im Umkreis der namensgebenden Dating-Agentur »Midnight Liaisons« den Partner fürs Leben finden, was natürlich nicht immer ohne Verwicklungen abläuft.
Wie sich ja vielleicht schon rumgesprochen hat, spiele ich unter anderem auch Dungeons & Dragons, und als mir diese praktische Flow Chart untergekommen ist, musste ich sie einfach rebloggen.
Mehr dazu findet ihr auf der englischsprachigen Seite »The Dungeon Hacker«, auf der ihr auch sonst einige hilfreiche Informationen gerade zu D&D5 finden könnt. Schaut doch mal rein! 🙂

Quelle: https://thedungeonhacker.com/2017/01/15/dnd_class_flow_chart/
Woche 32 kann weiterhin mit mehr als sommerlichen Temperaturen glänzen; über diesen Sommer dürfen wir uns wahrlich nicht beschweren – auch wenn mir mal wieder nach einem Regentag wäre, ebenso wie den meisten Pflanzen.
Auf dem Schreibtisch
Ich arbeite weiterhin an der Übersetzung des bisher nicht offiziell angekündigten Romans, zu dem ich daher leider noch nichts weiter schreiben darf. Irgendwie ist die Kategorie so ein bisschen blöd …
Gelesen
Noch ein Rezensionsexemplar, das schon seit einer Ewigkeit im Regal steht: »Verfolgung« von David Lagercrantz, der die »Millennium«-Reihe von Stieg Larsson weiter fortsetzt. Mir hat sein erster Band um Lisbeth Salander gut gefallen (siehe meine damalige Rezension), und der fünfte Band fängt vielversprechend an. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.

Gesehen
»Happy!«, eine ziemlich durchgeknallte Serie, die auf Netflix läuft und einen unbeschreiblichen Mix aus Fantasy, schwarzem Humor und Actionszenen wie aus Guy-Ritchie-Filmen liefert. Die acht Folgen waren im Nu weggeguckt, und auch wenn ich mich manchmal fragte, wer sich so was eigentlich ausdenkt (und was derjenige dabei geraucht hat), habe ich mich köstlich amüsiert. Schaut euch doch mal den Trailer an:
Gehört
Gehört und gesehen, zugegebenermaßen, auch wenn es vor allem aufs Hören ankommt. »Lippes Leselust, Folge 1« mit Jochen Malmsheimer als Gast ist einfach eine großartige Sendung, bei der ich zugegebenermaßen Tränen gelacht habe. Viel Spaß!
Gespielt
Zum ersten Mal die deutsche Version von »5 Minute Dungeon«, die bei Kosmos erschienen ist. Ich hatte damals bei Kickstarter die englische Version gebackt, nun aber Freunden die deutsche geschenkt, um dann festzustellen, dass sich einige Kleinigkeiten an den Regeln verändert haben. Zum Beispiel gibt es jetzt verschiedene Schwierigkeitsstufen für die Monster, die den Aufbau des Dungeons beeinflussen.
Aber das Spiel ist und bleibt ein guter Pausenspaß für zwischendurch oder Absacker, wenn man noch ein Viertelstündchen überbrücken muss, bis die letzte U-Bahn fährt.

Die Schwierigkeitsstufen bei Boss #1
Gefreut
Belegexemplare! Ich freue mich immer wieder aufs Neue darüber.

Fundstück der Woche (Link)
Alexander Gerst, »unser Mann im All«, sollte ja wohl den meisten Menschen ein Begriff sein, und am 20.07. war er als Special Guest von der ISS zu einem Kraftwerk-Konzert zugeschaltet. So was sieht man auch nicht alle Tage!
On 20 July 2018 around 21:50 local time, ESA astronaut Alexander Gerst welcomed the legendary electronic band Kraftwerk and 7500 visitors to the Jazz Open Festival on Stuttgart’s Schlossplatz – live from the International Space Station, where he will live and work until mid-December 2018. During the call with space, Kraftwerk founding member Ralf Hütter and Alexander played a special duet version of the track Spacelab, for which Alexander had a tablet computer configured with virtual synthesizers on board. With thanks to Kraftwerk for sharing this video footage. Copyright: Kraftwerk/ESA/JazzOpen – Sitara Schmitz

